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Vorstand

Vorstand der Fachgruppe 
Makromolekulare Chemie

Vorsitzender

Dr. Thomas Früh
Arlanxeo Deutschland GmbH
Mail: thomas.frueh@arlanxeo.com

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Stellvertreter

Prof. Dr. Ulrich S. Schubert 
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Mail: ulrich.schubert@uni-jena.de

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Beisitzer

Dr. Ruth Bieringer
Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG
Mail: ruth.bieringer@fst.com

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Prof. Dr. Holger Frey
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Mail: hfrey@uni-mainz.de

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Dr. Patrick Glöckner
Evonik Industries AG, Essen
Mail: patrick.gloeckner@evonik.com

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Prof. Dr. Doris Klee
University RWTH Aachen
Mail: klee@rektorat.rwth-aachen.de

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Dr. Jürgen Omeis
ALTANA AG
Mail: juergen.omeis@altana.com

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Dr. Nicolas Stoeckel
Covestro Deutschland AG
Mail: nicolas.stoeckel@covestro.com

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Prof. Dr. Patrick Théato
Karlsruher Institut für Technologie
Mail: patrick.theato@kit.edu

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Gast

Prof. Dr. Christopher Barner-Kowollik
Karlsruher Institut für Technologie
Mail: christopher.barnerkowollik@qut.edu.au

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Prof. Dr. Markus Gallei
Universität des Saarlands
Mail: markus.gallei@uni-saarland.de

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Dr. Volker Schädler
BASF Polyurethanes GmbH, Lemfoerde
Mail: volker.schaedler@basf.com

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Prof. Dr. Brigitte Voit
Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. (IPF)
Mail: voit@ipfdd.de

Foto: © Tristan Vostry

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Dr. Stefan Zechel
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Mail: stefan.zechel@uni-jena.de

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Interview mit Dr. Timo Fleßner
Dr. Timo Fleßner Standortleiter Wuppertal Bayer AG
Vorstandsmitglied der GDCh
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Bereits seit 20 Jahren gehören sie der Bayer AG an. Sie haben in dieser Funktion eine Vielzahl an Positionen bekleidet und sind seit Anfang Mai Standortleiter in Wuppertal. Wie ist der Alltag eines Standortleiters und was sind derzeit die größten Herausforderungen?

Nach der Standortleitung in Bergkamen habe ich im Mai die Standortleitung in Wuppertal übernommen. Die Aufgaben und Herausforderungen sind vielfältig – langweilig wird es nie. Im Vordergrund steht die Zusammenarbeit mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der dazugehörigen Verantwortung. Personalentwicklung, Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretungen und Personalabteilung sind weitere Stichworte. Darüber hinaus ist es wichtig, die Strategie und weitere Entwicklung eines Standorts voranzutreiben. Diese beinhaltet vielfältige Aktivtäten mit vielen Fachexperten vom Standort, aus übergreifenden Bayer-Funktionen und auch mit externen Funktionen, z.B. Behörden. Die aktuell größte Herausforderung – neben der Einarbeitung in eine neue Funktion – ist die notwendige Änderung von Abläufen im Zuge der Corona-Pandemie. Es ist für alle Beschäftigten am Standort sehr wichtig, unsere innovativen Projekte möglichst uneingeschränkt voranzutreiben und die Versorgung von Patienten sicherzustellen.

Vermissen Sie hin und wieder das Labor?

Ich bin mittlerweile seit mehr als 15 Jahren nicht mehr selbst im Labor tätig. In den ersten Jahren habe ich das Arbeiten im Labor, speziell das Experimentieren und das Zusammenführen von vielen Informationen, vermisst. Heute würde ich im Labor wahrscheinlich nur noch im Weg stehen.

Sie haben 1991 ihr Chemie-Studium aufgenommen, dann in Oldenburg und Paris sowie in Hannover studiert und wurden 1999 bei Professor Winterfeldt in Hannover promoviert. Anschließend haben Sie nach einem Post-Doc am Scripps Institut in San Diego den Einstieg in die Bayer AG geschafft. Es folgten Positionen als Labor-/Projektleitung, als „Management Support", als Abteilungsleitung, als Institutsleitung. Heute sind Sie Leiter des Standorts Wuppertal. Haben Sie auch sich zufällig ergebende Chancen nutzen können oder ist Ihr Berufsweg gut planbar gewesen?

Da waren auch plötzlich auftretende oder zumindest für mich unerwartete Chancen dabei. Das ist aber ganz normal – vor allem in einem großen Unternehmen. Ich war immer offen für Neues und habe auch größere Herausforderungen gerne angenommen. Rückblickend habe ich nicht vor 20 Jahren bei der Firma Bayer angefangen, um einmal einen großen Standort zu leiten. Ich hatte ganz andere Gedanken im Kopf. Durch viele Gespräche mit Vorgesetzten und Mentoren hat sich vieles so entwickelt, wie es am besten zu mir und auch zu den Anforderungen bei Bayer passt.

Was war Ihre größte berufliche Herausforderung?

Da gab es einige. Die Übernahme einer großen Funktion – als Vorgesetzter von oberen Führungskräften – war sicher eine davon. Aber es gab und gibt auch immer wieder situations- oder projektbedingte Herausforderungen, z.B. das Agieren in schwierigen Personalsituationen oder das Steuern eines großen Investment-Projektes.

Welche Fähigkeiten abseits von Fachwissen zeichnen erfolgreiche Chemiker heute aus?

Offenheit für Neues, Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten, Learner & Achiever Mentality

Bereits seit dem Beginn Ihrer Promotion 1996 sind Sie Mitglied und aktuell Vorstandsmitglied und Schatzmeister der GDCh. Was hat Sie zur GDCh gebracht und was hielt und hält sie seitdem dort? Was kann die GDCh Ihrer Meinung nach Studenten und jungen Berufseinsteigern bieten?

Mein Doktorvater, Prof. Winterfeldt, war menschlich und fachlich ein Vorbild für mich. Er war sehr aktiv in der GDCh und hat mich überzeugt, nach dem Studium in die Gesellschaft einzutreten. Ich spüre seitdem eine Verbundenheit und habe immer großes Interesse an den Themen und auch der Zusammenarbeit mit der GDCh. Die GDCh kann – das sehen wir beispielsweise über das Jungchemikerforum – sehr viel für die jungen Menschen tun. Netzwerk aufbauen, gegenseitiges Feedback & Unterstützung, Offenheit, Einbindung – das alles sind wichtige Aspekte. Für mich persönlich sind die jungen Leute sogar die wichtigste Gruppe, die wir fördern und unterstützen sollten. Mir macht die Interaktion immer großen Spaß und ich lerne daraus. Auch deshalb habe ich als Teil des Vorstands mit sehr viel Freude die Fortbildungskommission geleitet.

Welche Angebote der GDCh schätzen, nutzen und empfehlen sie besonders?

Das Lesen der Nachrichten aus der Chemie, die Teilnahme an GDCh-Vorträgen in den Ortsverbänden, Fortbildungsveranstaltungen, das bestehenden Netzwerk – ich finde immer die richtige Person, wenn ich zu bestimmten Themen Fragen habe.

2020 feiert die FG Makro „100 Jahre Makromolekulare Chemie“. Diese 100-jährige Erfolgsgeschichte startete mit Staudingers erster Publikation „über Polymerisation“. Aus diesem Anlass initiierte die Fachgruppe eine Umfrage unter den Mitgliedern bezüglich des Stellenwertes von Polymeren im Alltag. Gefragt wurde beispielsweise nach den wichtigsten Erfindungen im Polymerbereich oder den bedeutendsten Anwendungsfeldern von makromolekularen Materialien. Was sind Ihrer Meinung nach in der Pharmaindustrie, aber auch in Ihrem Alltag die wichtigsten Anwendungsfelder von Polymeren?

In der Pharma-Produktion kommen Polymere beispielsweise bei der gezielten Beeinflussung der Wirkstofffreisetzung oder als Filmbildner bei der „Lackierung“ von Tabletten zum Einsatz. In den Verpackungsmaterialien für Arzneistoffe werden Polymere ebenfalls bereits genutzt. Also: Polymere sind auch in der Pharma-Industrie unersetzlich.

Hatten Sie in Ihrer Karriere Berührungspunkte mit der Polymerchemie? Wenn ja, welche?

Als ich bei Bayer anfing, startete ich in der damaligen Zentralen Forschung. Dort wurde neben Life-Science-Projekten auch an Polymerchemie gearbeitet. Viele der damaligen Kolleginnen und Kollegen sind mittlerweile in anderen Unternehmen tätig – zu einigen habe ich den Kontakt halten können.

Was sehen Sie als die größte Herausforderung für die Polymerwissenschaften in der heutigen Zeit?

Neben den generell wichtigen Themen der Nachhaltigkeit bei Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb sehe ich die Supply Chain Planung als sehr herausfordernd an – globale Logistik, große Mengen, Qualität & Preis.

Sie haben in Ihrem Kurzlebenslauf auf der GDCh-Homepage angegeben, dass Ihnen die Verdeutlichung von Beiträgen der Chemie zur Lösung von essentiellen Herausforderungen der modernen Gesellschaft ein Anliegen ist. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Beiträge der Chemie, welche zu einer Lösung der aktuellen Corona-Krise beitragen werden?

Generell ist das sicher die wissenschaftliche Betrachtung & Bewertung von Fakten. Bei der Umsetzung und vielleicht auch bei der Erläuterung von notwendigen Maßnahmen können wir bestimmt auch in der Öffentlichkeit unterstützen. Darüber hinaus gibt es sicherlich viele Beiträge, die die Chemie leisten kann – von Desinfektionsmitteln, über Schutzkonzepte bis hin zu möglichen Wirkstoffen oder der Unterstützung von Impfstoffproduktionen.